Budikerlied

Da steht hier in des Winkelblatt,
Daß jeder Mensch `nen Dünkel hat,
Zu jut sich hält stets für das Feld,
Worauf gestellt hat ihn die Welt.
Doch is der Fall nicht regulär,
Ich weeß nich, wat mir lieber wär,
Als Schrippen, Eier, Licht und Salz,
Und Käse – janz antiker:
Ich bin man ein Budiker.

Es kommt manch feiner Eleganz
Hier an`s Jeschäft vorbeijerannt,
Zieht`s Taschentuch, fein parfümiert,
Weil ihn der Kellner inkomm`diert.
Doch naht heran die Mittagszeit
Und wird der Magen ihm zu weit,
Spricht er: Wahrhaftig zum Skandal
Diniert man jetzt im Prince Royal!
Und sieht mit seinem Kieker
Sich um nach `nem Budiker.

Ob Budiker, ob Millionär,
Is heut kein jroßer Abstand mehr!
Jeh ich des Sonntags aus dem Haus,
Da seh ich janz wie Schickler aus.
Und jedes Jahr verreise ich,
s`Vermögen is da, warum denn nich?
In vierzehn Tagen schieb ich ab,
Wohin mein Arzt den Rat mir gab.
Ich hab es so im Magen,
Ich geh nach Interlaken.

Und Bildung braucht man heute nich,
Da kooft man eenen Brockhaus sich,
Ich habe eenen im Keller stehn,
Da brauch ich blos man rin zu sehn.
Und fragt een Kunde mir nach was,
Jeh ick bei Seit und suche das.
Doch neulich war et eklich sehr,
Da fragt mir Eener, was Kosmos wär?
Des konnte ich nicht wissen,
Des K, des is zerrissen.


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