Rippespeer und Sauerkohl

Sohn, hier hast du Rippespeer,
Eß ihn uf – ick mag nicht mehr.
Nimm dich ooch den Sauerkohl,
Ich will ruhn, mich is nich wohl.

Det Jerichte, fett und rar,
Eß ick schonst dreißig Jahr;
Heite wieder, schön und frisch,
Bracht es Mutter uf den Disch.

Hätte jeder so`n Jericht,
Würd`er keen Rebeller nicht,
Sondern wäre jederzeit
Unterdahn der Obrigkeit.

Denn is Eener satt und dick,
denkt er nicht an Pullentick
Und setzt sich mit jejen Jewehr
jejen dem Jesetz verquer.

Sndern in die Tabagie
Setzt er sich zu der Parhie,
Trinkt der Weißen zwee ooch drei
Spielet Schafkopp un is frei.

Dies, mein Sohn, bedenke wohl,
Ehr` mich Rippespeer un Kohl,
Wenn du`s machtest so wie ich,
Wecht du keen Verbrecher nich.


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