Die beiden lebenden Schneider

Ihr lieben Leutchen, hört mir zu,
Was ich euch jetzt erzählen thu,
Zwei Schneiderlein in unserer Stadt,
Wo keiner Lust zur Arbeit hatt`,
Ersannen schnell ein Plänchen aus
Und lebten lang in Saus und Braus,
Doch jezt kommt es ans Tageslicht,
Nun stellt man sie vors Schwurgericht.

Der Eidesleister mit dem Ring,
Dem dieser Schwindel wohl gelingt;
Er kauft den Bruder ganz gesund,
In London ein mit tausend Pfund
Und dieser nur zum Scheine starb,
Daß er nur erst das Geld erwarb.
Und heißa ging es im Galopp
Nach Böhmenlande, hopp, hopp.

Die Polizei sucht alles auf,
Es bleibt ihr nichts verborgen,
O! Tomatschek, da merke drauf;
Dann hast du keine Sorgen.
Nun sitzt du da in den Arrest,
Und bleibst vielleicht noch lange fest.
Mach`s mit dem Plettbrett nicht zu arg,
Man kauf nur für den Tod ein Sarg.

Bleibt lieber bei der Arbeit sitzen,
Soll euch auch bei der Nadel schwitzen,
Geht lieber in das Freue rum,
Wenn ihr sollt werden etas krumm.
Hüt`euch für solch Verbrechen,
Ihr müßt es wohl berechen,
Dann bügele lieber fleißig zu,
Denn sitzt du auch in Fried` und Ruh`.

Begrabe nie kein Plettbrett nich
Und gar kein stroh und erde nich,
Spielt niemals solchen Schlauen
Mit einer Rindskaldaun.
Hättst du dich nur vorher bedach,
Ehr`du den Schwindel hast gemacht;
Dann wärst noch in Bähmenland,
Und würdest hier nicht so bekannt.

Drum liebes Fränzchen Tomatschek,
Mach`dir nicht wieder solchen Jeck,
Dann bist du sicher, das steht fest,
Und drum kommst niemals in Arrest,
Kann jedem frei in`s Auge sehen,
Sag Tomatschek, ist das nicht schön?
Drum lieben Leutchen hab` ich recht,
Ich glaub`! das ist der beste Weg.


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