Lied auf den Bürgermeister Tschech

Wer war wohl je so schlecht
Als der Bürgermeister Tschech?
Denn er schoß ein ganz klein wenig vorbei,
an unsern guten König.
Ihm ging`s durch den Mantel,
ihr ging`s durch den Hut, Hut, Hut.
Ihm ging`s durch den Mantel
und ihr ging`s durch`n Hut, Hut, Hut, Hut, Hut, Hut.

War wohl je ein Mensch so frech
Als der Bürgermeister Tschech?
Denn er traf auf ein Haar
Unser theures Königspaar.
Ja, er traf die Landesmutter
Durch den Rock ins Unterfutter.

Kaum die Uhr war nach halbachte,
Als noch niemand Böses dachte,
Ist ein Mann im grauen Mantel
Durch das Schloßportal gewandelt,
Dies war Tschech der Hochverräter,
Königsmörder, Attentäter.

Ach, es hat der Bösewicht,
Unsern Gott im Herzen nicht;
Pocken hat er im Gesicht,
Sonsten sah man Böses nicht.
Friedrich Wilhelm kam heraus
Sah noch ganz verschlafen aus.

Tschech zieht ein Pistol hervor,
Trifft den König fast am Ohr.
Doch es packt ihn ein Gendarme
An dem frevelhaften Arme
Und man keilt den Wütherich
Auf der Stelle fürchterlich.

Als der König ihn erblicket
Von Gendarmen rings umstricket,
Zeigt er plötzlich viel Courage
Und spricht schnell zur Equipage:
„Auf dem Schloßplatz halt` man still,
Weil das Volk mich sehen will!“

Drauf dreht er sich um und spricht:
„Kinder, ich hab` nischt gekriegt“.
Dick und fett, ihm fehlte wenig,
Alles brüllt: „Es leb` der König!“
Aber wo war Dunker hin?
Dunker, der war in Stettin.

Dunker hätte sonst errathen,
Daß man wollte attenthaten,
Wär er in Berlin gewesen,
Würd`man dieses jetzt nicht lesen,
Hier die Moral zu dem Gedicht:
Traut keinem Bürgemeister nicht!


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