Faule Fische. Geangelt in Stralow

Kennst Du des Dorf, wo die Kartoffeln bliihn?
Berliner lagern uffet Wiesenjrien?
In jede Hand ’ne Kiimmelpulle blitzt,
Wo rechts un links die Knoblochsbriihe spriitzt?
Kennst Du des woll – Dahin, dahin,
Will ick mit Dir, jeliebte Juste, ziehn!

 

Kennst Du die Spree, wo man die Fische fängt,
Die man hernach den Majistratus schenkt?
Den jroßen Krebs, der ville Jahre schon,
Bios rückwarts looft, wie ’ne Mastrats-Perschon?
Kennst Du ihm woll? – Dahin, dahin,
Will ick mit Dir, jeliebte Juste, ziehn! _

Kennst Du den Mann, der Wein wie Wasser trinkt?
Uff deitsche Einheit Hoch’s! un Vivat’s bringt?
Nach jedet Glas die Nagelprobe macht,
Un heemlich sich dabei In’t Feistken lacht?
Kennst Du ihm woll? – Na ob, na ob!
Den laaB jo ziehn, sonst werr ick ehrlich grob!

Kennst Du det Haus, wo man drei Taler kriegt,
Un schlafend uf de Polsterbänke liegt?
Wo man Gesetze macht, so faul und schlecht,
Det man vor Wut die Kränke kriejen möcht‘?
Kennst Du et woll, det Singemaul ?
Jeliebte Juste, det is oberfaul!

Kennst Du die Stadt, wo man bei jedem Schritt
Uf eenen Ochsen oder Esel tritt?
Wo man die Milch verplanscht un Pferde schind’t,
Wo die Beamten Schinderknechte sind?
Kennst Du se woll ? – Die Schurkenstadt?
Ick wünsche, des sie Moskau’s Schicksal hat!
 
Kennst Du den Mann, der da so ‚rum spaziert,
Als ob er’t Bummeln aufen Grund studiert?
Der sich so breet macht uffet Trottoir,
Als ware blos vor ihm die Straße da?
Kennst Du ihm woll? – Dett issen Millionär,
Een Deutscher Einheits-Reichs-Constabelär.

Kennst Du det land, wat stets von Einheit spricht,
Un doch sich immer in de Haare liegt?
Blutegel saugen vierunddreißig dran
Jetzt setzt man noch en’n Pferdeegel an.
Kennst Du et woll? – 0 Schimpf und Schmach!
Ich jeh nach China. – Juste pfeif mir nach! –


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