Adieu, Berlin und deine Gegend

Adieu, Berlin und deine Gegend,
wo`s nichts als lauter Unglück regnet,
oft manchem Bursch sein Untergang,
oft manchem Bursch sein Untergang.

Drei Jahr hat man mich drin geschoren,
Zu einem Soldaten auserkoren,
Da heisst es:
Du musst Schildwacht stehn.

Des Abends wird gekommandiret,
Früh morgens wird geexerciret
Wohl vor des Kapitäns Quartier.

Von da marschiert man auf Parade,
Da muss man stehen steif und gerade,
Dass sich das Aug`im Kopf nicht rührt.

Und wenn ich auf der Straß` thu gehen
Und mich ein Offizier thut sehen,
So hab` ich schon nicht recht gethan.

„Wenn ich dich nun werd wieder sehen
Und du mir nicht wirst anders gehen,
Spitzruthen soll ja seyn dein Lohn.“

Thu ich mich nun dawider setzen
Und ihm an seiner Ehr verletzen,
So heißt es mit mir in Arrest.

Da kommt daher ein Staabs-Professer,
Auf deutsch nennt man ihn Buckedrescher, D
er giebt mir den verdienten Lohn.

Am Löhnungs-Tag stehn die Leute
Und warten schon auf meine Beute,
Eh` ich nach mein`m Quartiere geh.

Ich nahm die Kreid`,
schrieb`s an die Thüre
Und nahm das Geld und ging zu Biere,
Zu delektieren meinen Leib.

Schönstes Karolinchen, sei willkommen,
Berlin hat mir den Muth benommen,
Den ich so weit hab` mitgebacht.

Ich würde meinen Muth schon wieder kriegen,
Wenn ich bei dir, Karolinchen bliebe;
Denn du erfreust mein Herz und Sinn,
Denn du erfreust mein Herz und Sinn.


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