Ist denn kein Stuhl da?

Ist es Sonntag, welche große Freud,
Mach ich nobel mich voll Schick und Schneid,
Geh zu meiner lieben Hulda raus,
Eins, zwei, drei sind raus wir aus dem Haus.
Hin nach Schöneberg in’n Adler geht’s,
Da hat man beim Scherbeln manchen Fez,
Wird die Hulda endlich müde mal,
Singe ich vergnügt laut durch den Saal:

 
Ist denn kein Stuhl da, Stuhl da ;
Für meine Hulda, Hulda? ,‘-
Seht euch mal alle um,
Es wär doch gar zu dumm,
Wenn hier kein Stuhl da
Für meine Hulda.

Haben alle feste dann geschwooft,
Jeder kreuzvergnugt nach Hause looft.
Unterwegs gibt mein holder Schatz
Mir noch einen süßen kräft’gen Schmatz.
Dann wird auf die Stadtbahn raufgehoppt,
Die Coupes sind alle vollgeproppt,
Doppelt schon besetzt ist jeder Schoß,
Darum schreie ich sogleich auch los:

Ist denn kein Stuhl da, Stuhl da ;
Für meine Hulda, Hulda? ,‘-
Seht euch mal alle um,
Es wär doch gar zu dumm,
Wenn hier kein Stuhl da
Für meine Hulda.

Endlich schnappt man wieder frische Luft,
Ganz zerknautscht ist meine neue Kluft,
Nun man schleunigst mit vergnügtem Sinn
Noch zu Aschinger mit Hulda rin.
Von zehn Brötchen ist sie noch nicht satt,
Sie ißt noch drei Würstchen mit Salat,
Alles dies im Stehn sie kleine kaut,

Plotzlich wird ihr schlecht, drum ruf ich laut:

Ist denn kein Stuhl da, Stuhl da ;
Für meine Hulda, Hulda? ,‘-
Seht euch mal alle um,
Es wär doch gar zu dumm,
Wenn hier kein Stuhl da
Für meine Hulda.

Meine Hulda ist ein proppres Kind.
Wie wohl wen’ge heut zu finden sind;
Einen Fehler aber hat sie doch:
Sie ist namlich bloß drei Käse hoch.
Wenn wir beide zur Parade gehn,

Da kriegt meistenteils sie nichts zu sehn,
Sie verkrumelt sich mangs Publikum,
Darum ruf ich, daß es schallt ringsum:

Ist denn kein Stuhl da, Stuhl da ;
Für meine Hulda, Hulda? ,‘-
Seht euch mal alle um,
Es wär doch gar zu dumm,
Wenn hier kein Stuhl da
Für meine Hulda.


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