Das kann nur ein Berliner sein

Es sind im deutschen Vaterland,
Berliner überall gekannt;
Kaum hat man uns nur angesehn,
So heißt es gleich: »Aus Spree-Athen!«
Ruft einer an der table d’hote:
»He! – Kellnihr! Himmel Saperlot!
Was ist mich dieses für ein Wein!«
Das kann nur ein Berliner sein.

So trifft man oft auf Reisen an
Ein Dämchen auf der Eisenbahn.
Kaum steigt sie ein in den Waggon,
So geht’s gleich los im hohen Ton:
»Ne – was des hier och enge is!
Was das vor ein Jedränge is!
Hier setz ick mir noch lang nich hin!«
Das nennt man ’ne Berlinerin!

Kommt man in München oder Wien,
Und sonst wo ins Theater hin,
Wird uns zur Seite dann placiert,
Ein Mensch, der alles kritisiert,
Der, wenn ein Stück auch sehr behagt,
Doch schreit: »Das ist jar nichts gesagt,
Was das fur faule Kunstler sind!«
Das nennt man ein Berliner Kind.

Bei Hofrath’s wird sehr fein zum Tee
Man invitiert. U. a. w. g.
Steht auf der Karte.
Man denkt, das heißt Gewiß:
Und abends wird gespeist..
O Täuschungsjammer! Ach – es giebt
Nur Butterbemkens, eingestippt
In heißes Wasser mit Pecco-Saft
Das ist Berliner Gastfreundschaft.


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